Eine Einführung
Jungen Menschen in der Islamischen Republik Iran wird das Recht auf Bildung in vielfältiger Weise verwehrt. An Universitäten und anderen Hochschulen stehen sie vor verschlossenen Türen.
Gehören sie der größten nicht-islamischen religiösen Minderheit des Landes, der Bahá’í-Religion, an, wird ihnen der Zugang zu Hochschulbildung gar systematisch verwehrt. Nur eine sehr geringe Anzahl der jährlich rund tausend Studienbewerber mit Bahá’í-Hintergrund schafft es, sich nach bestandener Zulassungsprüfung an Universitäten einzuschreiben.
Vertreten Studierende Standpunkte, welche die regierende Partei nicht teilt, werden sie ohnehin sehr bald zwangsexmatrikuliert. Auch jene Bahá’í, die den Zugang zu Universitäten schafften, werden – teilweise kurz vor ihrem Abschluss – der Hochschule verwiesen.
Die iranische Regierung setzt damit die Verweigerung des Rechts auf Bildung systematisch zur Repression ein. Junge Menschen werden für ihr gesellschaftliches Engagement mit der Entfernung aus Universitäten oder ihrer Nichtzulassung bestraft.Als ein Menschenrecht, das auf die Befähigung zur Selbstbestimmung abzielt, ist Bildung das Hauptinstrument, mittels dessen gesellschaftliche Entwicklung und volle Teilhabe am Gemeinwesen möglich ist. Jungen Menschen den Zugang zu Universitäten zu verwehren, nimmt ihnen nicht nur ihre persönlichen Zukunftschancen; sondern auch die iranische Gesellschaft verliert als Ganzes.
Als Vertragsstaat des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte hat sich die iranische Regierung dazu verpflichtet, das Recht auf Bildung allen Iranerinnen und Iranern zu gewährleisten, es zu respektieren und sich bei Eingriffen durch Dritte notfalls schützend vor die jungen Menschen zu stellen. Helfen Sie uns, die iranische Regierung an diese Pflicht zu erinnern.